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Germany
Studentin. 23 Jahr, sprödes Haar. Über alles und nichts im Leben.
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Donnerstag, 13. Oktober 2011


Donnerstag, 9. Juni 2011. 
Pädagogische Psychologie, vor sechs Uhr aufstehen, ich huste nur, habe Ipalat zum Beruhigen der Atemwege, alles tut weh. G. und V. bemitleiden mich, wir lutschen Lollies und haben Spaß. Ich flüchte kurz nach V., die lieber putzen will als lernen, aus der Vorlesung. Um mich dann zuhause ins Bett zu legen. Ich würde so gerne A. treffen, ihn anrufen können, aber sein Handy ist seit dem Contre Le Racisme weg, ich habe keine Möglichkeit ihn zu erreichen. Schlafen, dann besichtige ich spontan eine Wohnung in einer Nebenstraße hier, Wittekindstraße, dort wo M. jetzt auch wohnt. Drei Zimmer mit einer WG-untauglichen Aufteilung und Paar-Tauglichkeit.

Namen, Namen, Namen, Beschäftigungstherapie und nun Ablenkung, Zerstreuung, wie sagtest du, Eskapismus? 
Was mache ich mit all diesen Zeilen, was macht man mit Tagebüchern? Liest man sie noch mal, tun das unsere Kinder oder verbrennt man die vielen Seiten besser?

Dienstag, 27. September 2011

fensterblicke


"Es ist natürlich, dass man sich von anderen Menschen angezogen fühlt. Auch wenn man in einer Beziehung ist. Vielleicht passiert das, weil man etwas lernen soll.

Was chaotisch beginnt, endet chaotisch?"

(The L-Word)

Wir wollen immer Regeln für alles aufstellen. So viel Rationalisierung in diesen Tagen.


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Wir sind alle Huren. Wir alle verkaufen uns mal. Sagt das etwas über uns aus? Mit allen ins Bett steigen, um der Erfahrung Willen, das ist nichts für mich.


Es ist laut in mir drin. Mit erhobenem Zeigefinger sieht er mich an. Es rauscht in meinen Ohren, darauf konzentriere ich mich. Vielleicht rauscht es gar nicht, nur dann, wenn sich meine Gedanken auf Fiktion zuspitzen.


Sie ist auf der Suche. Streift hindurch zwischen Körpern, warme und kalte. Sie hasst es in ihrem Körper zu hausen, Strickjacken, die sie überzieht, aus Angst, es klingele an ihrer Haustür und jemand könnte sehen, dass sie noch ihr Nachthemd trägt, seit vielen Tagen, sie engen sie ein und das fettige Haar klebt ihr am Hinterkopf, der kribbelt, wenn sie nach vielen Stunden den Kopf anhebt, sich aus dem Bett kratzt. Ihre Haut ist wund, das spiegele ihre Verletzlichkeit wieder, sagte jemand zu ihr. Als sie im Keller kniete, einen der Kartons öffnete und nach etwas suchte, das sie wegwerfen kann. Um sich zu befreien. So wie sie die vielen Sperrmüllmöbel irgendwann wieder an die Straße stellen musste, mit einigen ihrer eigenen Möbel und Gebrauchsgegenstände hinzu. Um sich Luft zu machen, für ganz kurz nur. Gedanken bilden Endlosschleifen, wie komme ich davon los? Es pocht und hämmert gegen die Schädeldecke, manchmal mehr von innen, dann wieder viel von außen mit der Sehnsucht nach Ruhe, nach nichts mehr. Doch die Stille ist nicht der Frieden, die Stille ist nicht die Ruhe. Es gibt keine Grenzen in der Stille. Die Stille selbst ist die Grenze. Grenzenlose Stille gibt es überall, wenn man nur ausschaltet, was man hasst. Alle Sätze fühlen sich unecht an, so als hätte sie schon einmal jemand geschrieben, gedacht zumindest. Als wären es nie ihre eigenen. Nichts gehört wirklich ihr. Alles was sie tut und sagt, das hat sie von den anderen. Aus den Filmen, die sie in ihrer Kindheit sah und die ihre ästhetische Bildung bestimmten, so wie sie glaubt. Es geht ihr gut, sagt sie, glaubt sie. Wenn es ihr wieder schlecht geht, dann war es nur noch ein glauben, so als wäre das schlechte Gefühl stets die Grundstimmung, und alles davon Abweichende nur ein Betrug. Gegen sich selbst und gegen die Umwelt, die sich schlechter betrügen ließe als sie sich selbst. Die Stimmung, in der sich ihre Gedanken fixiert anfühlen, geht mehr als dass sie kommt. Nichts bleibt, alles schwindet. Die Veränderungen schmerzen. Das Kind der Veränderung, das ist sie und hält deswegen an allem fest, damit es aufhört, sie immer wieder an den Boden der neuen Tatsachen zu bringen. Von vielen Menschen ließ sie sich mitreißen, sah in ihrer Schwäche stark aus. Die Offenheit der Veränderung gegenüber bringt nichts nie zum Stillstand, nichts will sie mehr, als ankommen, denkt sie. Um sich wieder loszureißen. Wie eine Reise in die trübe Unendlichkeit, erst der Tod wird das Ziel sein.


Wer hat Angst vor...

Pathetik?

Donnerstag, 31. März 2011

The way your legs feel after you shave them


Ich bin am Bahnhof, weil nichts los ist zuhause oder sonst wo. Weil es einfach langweilig ist, überall. Es ist gleich halb Zwölf, die Nacht eiskalt. Das dünne Mädchen zieht das dicke Mädchen damit auf, in ihren hohen Schuhen nicht laufen zu können. Sieh dir die Linien auf dem Boden an, sagt sie und kreischt, als die Dicke ankündigt gleich einfach barfuß zu laufen. Die Dünne selbst läuft auf ebenso hohen Schuhen, makellos bewegen sich ihre Spaghettibeinchen über den Asphalt.

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Um was geht es eigentlich?

Dienstag, 25. Januar 2011

fiktion unendlich




Das Bitten um Hilfe darf nicht manipulativ werden. Manipulation, das mögen sie hier alle nicht.
Ich werfe mich auf den Boden und eigentlich würde ich gerne noch viel mehr machen, schreien und weinen und mich beißen und kratzen. Torvald und ich haben schon lange kein Wort mehr miteinander gewechselt.
Ich weiß eigentlich gar nicht mehr wie das geht, um Hilfe fragen ohne dabei zu manipulieren. Ich hasse die Menschen, sie sind nie für mich da. 
Ich will dass es ihm auch schlecht geht, er soll sehen was er mit mir gemacht hat und das gleiche fühlen, er soll sich so fühlen wie ich mich fühle. Kleine Kinder werfen sich auf den Boden, an der Supermarktkasse, weil sie noch einen dieser Schokoriegel wollen. Mein Vater zeigt kein Verständnis dafür, dass ich mich auf den kalten Küchenfliesen zusammenkauere und leise schluchze. Er steigt über mich hinweg. Kurz sehe ich seinen strafenden Blick, dann drücke ich mein Gesicht in die Pulloverärmel.
Heute wollte ich fröhlich sein. Mir war gar nicht nach Weinen zumute, als ich aufgestanden bin. Heute wollte ich mich leicht fühlen und ein wenig tanzen. Ich habe meinen ganzen Kleiderschrank ausgeleert, um zu sehen, was weg kann. Da waren so viele Teile, an die ich mich kaum erinnern konnte und die ich endlich mal anziehen sollte. Dann habe ich so viel wie möglich von dem angezogen, was ich noch nie getragen habe und in den ganzen Kleidungsstücken schwitze ich mich halb zu Tode. Aber Torvald soll denken, dass ich friere. Ich winde mich auf den kalten Küchenfliesen. In all den Sachen bin ich viel zu unbeweglich, um zu tanzen.
Ich bin gerne allein. Ich mag niemandem. Mich mag ich auch nicht, weil mich eigentlich auch niemand mag. Ich wickele mich gerne in die vielen Decken in meinem Bett ein und schaue aus dem großen Balkonfenster. So verbringe ich die Zeit, die ich nicht in der Schule verschwenden muss.
Ich weiß nicht, was ich später mal werden will. Vielleicht tot sein. Meine Noten sind gut, sterben wäre Verschwendung in den Augen meines Vaters. Ich glaube ich will einfach wegziehen und mich nicht wieder durch die Grenzen einer Institution einsperren lassen. Torvald sagt, ich werde Jura studieren. Ich bräuchte neue Herausforderungen, ich langweilte mich zu viel.

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Wenn das viele Liegen und aus dem Fensterstarren zu langweilig wird, stehe ich auf und öffne die Balkontür. Zünde mir eine Zigarette an. Krümmele mit der Asche auf meine Socken und meine Hände. Manchmal verbrenne ich die Enden meiner langen Haare mit der Zigarette, die sind eh so kaputt vom vielen Färben. An der Hausaußenwand drücke ich die Glut aus. Da sind schon viele Flecken, die der Regen nie erwischen wird. Ich mag das. Es erinnert mich an die großen Schwestern der Mädchen aus der Grundschulzeit. Einige der Mädchen erzählten immer, dass ihre Schwestern alle aufgerauchten Zigarettenschachteln sammelten und sie an die Wand hingen. Wohl um anzugeben, wie viel Coolness sie schon verqualmt hatten. Mir war das immer egal, ich wollte nie eine dieser großen Schwestern, die ständig rauchen und Sex haben. Ich habe dann nur immer gedacht, dass ich auch mal so sein werde, nur ohne die kleine Schwester, die das herumerzählt.

Und die vielen Abdrücke an der Hauswand, die stehen irgendwie dafür.
Ich weiß es nicht, ist nur so in meinem Kopf gewesen.
Um Torvald zu ärgern, bringe ich manchmal jemanden mit nach Hause. Eigentlich freut er sich, wenn ich ihm den Glauben schenke, Freunde zu haben. Mit diesen Freunden sitze ich hier in der Küche und quatsche, wir trinken Tee und abends dann etwas Kaffee und viel mehr Sekt. Diese Freunde bringen mich weiter. 
Das war aber nur ganz selten so.
Irgendwann habe ich begonnen, an den Wochenende auszugehen. Dann in der Woche. Und weil Torvald selten bemerkte, dass es eher ungünstig für meine schulische Leistungen ist, wenn ich erst wenige Minuten vor Schulbeginn nach Hause komme, habe ich begonnen, sie mitzubringen. Jemandem in meinem Alter, das war leicht. Betrunken sind wir die Treppe hoch in mein Zimmer gestolpert und er hat noch versucht, an mir herumzufummeln, ist dann aber gleich eingeschlafen. Dann habe ich Männer gesucht. Einmal war da jemand, der war vielleicht ein paar Jahre jünger als Torvald. Ich hatte mich sehr stark geschminkt, doch vielleicht stand er wirklich einfach auf kleine Mädchen. Er sah gut aus und schien Geld zu haben, ich ging da mittlerweile nur noch in die Clubs mit hohem Eintritt und den Anzugträgern. Dabei finde ich Menschen unsympathisch, die nicht einmal in ihrer Freizeit beim Feiern Jeans und Shirt tragen können. Er hat mich zum Essen eingeladen, ein paar Tage darauf. Gespräche über die Langeweile, ein wenig über die Liebe, über viel von dem, was ich kannte und dann wieder viel von dem, was ich nicht kannte, wovon ich vielleicht gar nichts wissen wollte. Ich hatte alles an Gefühlen und Körperirritationen, was ich nicht haben wollte.
Das war das erste Mal, dass Torvald mich darauf ansprach. Er hatte es kaum realisieren können, war außer sich vor Wut, hilflos irgendwie. Ich weinte, weinte viel und mochte ihn nie mehr ansehen. Er hat versagt. Das weiß er. Das hielt ich ihm jetzt vor Augen. Mehr wollte ich nicht. Und weinen tue ich auf Knopfdruck.
Ich bin manipulativ. Ich habe aufgehört, darauf zu warten, dass jemand mich beachtet und mir hilft. Ich habe aufgehört, zu fragen. Zu bitten. Manchmal bettele ich. Manchmal spiele ich, damit er mich beachtet. Vielleicht werde ich bald wegziehen, die Schule nähert sich dem Ende. Ich will eigentlich nur weg sein. Ich will gar nicht an einem anderen Ort sein und da leben. Ich will nur dass sie hier alle wissen, ich bin weg. Meine Noten sind zu gut, um nichts aus meinem Leben zu machen, sagt mein Vater. Ich will weg sein. Weggehen will ich aber gar nicht, das kostet so viel Kraft.

Mittwoch, 10. November 2010

sprudelartig


Es bleibt nichts mehr übrig von dem was war? Sinnlosigkeit, Irren. Ich verliere mich grenzenlos, hatte mich nur in deiner Nähe.
Und dann wird es besser. Geht das einfach so? Darf man das zulassen? Worum geht es noch?
Es passiert und fühlt sich gut an.

Wir sitzen in diesem Poetry-Slam, im Hannover Opernhaus, und da kommen diese vielen Sätze in meinen Kopf. Einer der Slammer, ich weiß gar nicht mehr ob es vielleicht der war, der nachher auch gewinnt, sagt etwas wie "Wir werden nie so träumen wie ihr wach seid" und das bleibt kurz hängen. Dann lese ich etwas von Novalis, über Wirklichkeit und Träumen. Tagträume in unserem Leben und am Ende ist doch eh alles immer nur Auslegungssache. Die Romantik scheint irgendetwas gewusst zu haben, was mir noch immer nicht klar geworden ist. Bald wird die Runge-Ausstellung in Hamburg sein und wenn es das nächste Mal eine Möglichkeit gibt, seine Werke zu sehen, werde ich schon alt sein. Alles so relativ.
Abgründe der Menschheit beschäftigen mich in dieser Woche. Ich mag kaum noch ein Buch aufklappen, eine Zeitschrift anstarren. Sätze aus Psychologie Heute schwirren noch um mich, Sexualstraftäter und über vier Stunden lang brutal vergewaltigte Frauen. Und die Täter kriegen dann nur ein paar Jahre Haft und viel Aufmerksamkeit durch Psychologen, Pädagogen. Wir versuchen, ihr Leben zu retten, sie zu resozialisieren, damit sich die Tat dann doch wiederholen kann. Und die Opfer, denen kann eigentlich keiner mehr helfen, die behalten, was ihnen angetan wurde. Dann sagt irgendjemand zu irgendetwas eine Meinung, die mir nicht passt, die zeigt, wie krank wir doch alle sind. Dass er in Einmachgläser eingelegte Embryos auf ebay ersteigern will und ich lege die Hand auf meinen Bauch und weiß, ich würde nie nie niemals einen Menschen töten wollen, nie mein Baby umbringen. Damit es nachher auf dem Müll landet oder ein Accessoire im Wohnzimmer des Frankenstein liebenden Nachbarn ist.
Das ist mir alles zu jessica-naomi.
Liebe Grüße aus dem Leben. Ihr seid doch alle krank. Kollektives Wir.

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Dienstag, 2. November 2010

wenn es so sehr weh tut, dass du weißt, entweder wird es dich umbringen oder du musst beginnen, loszulassen

Ich weiß nicht weiter. Ich texte Menschen mit meinen Reflexionen zu. Das war ein Vorwurf und wahr ist es wohl auch. Ich spreche über meine Gefühle, ja.
Der Vorwurf kam von einem Menschen, der mir so nahe steht, dass ich nicht mehr atmen kann. Nicht mehr atmen will. Ich fühle mich nicht behandelt, als würde ich geliebt, geschätzt, ernst genommen, als würden meine Gefühle beachtet. Ich fühle mich behandelt wie jemand, der zäh sein muss, Gummimasse, die immer mitgeht, sich formen lässt, ohne Risse zu kriegen.
In Momenten der Enttäuschung spielt es keine Rolle, was eigentlich ist, was wahr ist, was rational ist, ob du mich liebst und mir nicht weh tun willst und es doch irgendwie anders meintest.

In Wirklichkeit habe ich nicht nur Risse, sondern bin zerrissen worden, unzählige Male.
Und habe selbst zerrissen, ja.
Und habe versucht mich zusammenzuflicken, zu retten, zu kitten. Und dich mit. Uns wieder ganz zu machen.
Und du, in Wirklichkeit bist du wie ein Weisheitszahn. Ich weiß, der Zahn musst weg, kann nicht ewig Teil meines Lebens sein. Denn das wird weh tun, sehr weh tun, er wird alle meine Zähne verschieben, herausdrücken, all die Jahre des Klammertragens werden sinnlos sein.
Und jetzt schon, langsam und wachsend, fangen meine Zähne an, sich zu verschieben. Der Zahn drückt, wie eine tickende Bombe, die bald in die Luft gehen wird, vielleicht. Und ich weiß, der Zahn muss weg.
Aber es geht nicht, ich habe zu sehr Angst vor den Schmerzen, dass sie noch größer werden. Werden sie, in jedem Fall. Und es dauert, bis die Wunde verheilt. Und ich kann noch etwas an der Zeit drehen, es eilt ja nicht, nur irgendwann, bald...
Ich liebe.
Aber was ist das wert, wenn es nur weh tut?
Wenn ich es freilassen will, aber nicht kann, weil ich jedes Mal wieder enttäuscht werde?
Ist es dann vielleicht doch keine Liebe?
Und wer hat das Recht darüber zu entscheiden?
Ich bin hier in dieser Stadt, alleine, habe meine Familie verlassen, sie für uns strapaziert, um das alles irgendwie zu überleben. Meine Freunde, sie mit allen Sorgen belastet. Damit sie mich nachher wieder glücklich in deinen Armen wussten.
Dann zog ich zu dir, nach der langen, unendlich scheinenden fernen Zeit, unsere Fernbeziehung. Ich war bereit alles aufzugeben, habe so viel aufgegeben.
So viel Negatives konnte ich zurücklassen. Glauben an mich gewinnen. Ihn wieder verlieren, als du mich verlassen hast. Ihn zurückgewinnen, als du wieder da warst. Verbunden mit immer mehr Angst, Schmerz. Mit dem Wissen, diesem schrecklich kaputten, leeren Gefühl, dich nie wieder so lieben zu können, wie ich dich geliebt habe. Als das alles noch nicht passiert war. Damals waren wir wirklich frei.
Ich kann das kaum glauben. Ich verstehe es nicht. Wie können sich Dinge nur so verändern. Wie vermag eine so kurze Zeit so weh zu tun. Es ist kaum ein Jahr meines Lebens. Und ich will all die anderen Jahre dafür aufgeben. Und die folgenden, die, die noch sein könnten, die will ich auch kaum noch.
Mit dem Wissen, dass es nichts bringt, dich mit allem, was ich habe, zu lieben.
Und Liebe, ich weiß nicht einmal, was das meint. Ich kenne nur Euphorie, Freude, Trauer, Schmerz, Einsamkeit, Enttäuschung.
Und Sehnsucht.
Jetzt bin ich völlig erschöpft. Ich kann nicht begreifen, alleine zu sein. Erwachsen werden zu müssen. Dass da niemand mehr ist, der einem etwas abnehmen wird. Dass man am Ende immer alleine dasteht.
Reflektieren, dir meine Gedanken mitteilen. Davon willst du also nichts mehr wissen.
Dann hast du mich nicht verdient.
Und ich dich vielleicht nicht. Weil ich nichts Gutes mehr in dir sehen kann.
Oder einfach nur weiß, dass es einfacher ist, wenn ich nichts Gutes mehr sehe, alles andere ausblende. Verdränge, was war, wie sehr ich geliebt habe.
Und liebe.

Ich weiß nicht, was ich schreibe, schrieb. Ich schreibe wie ich denke und zwei Sekunden darauf denke und fühle ich schon wieder anders.
Oder kann ich beginnen, zu verändern?

Sonntag, 24. Oktober 2010

wir machen keinen sinn mehr.

In mir bin ich vollkommen da. Gleichzeitig vollkommen weg, zerstreut. Kann nicht finden, suche nicht mehr.


Es ist immer nur die Angst vor Neuem, vor Veränderungen, vor zu großen Schritten. Vor dem Alleinsein, der Einsamkeit.

Aber das kann doch nicht alles sein, das kann doch nicht mein Beweggrund sein?


Gerade fühle ich fern von allen Welten, die ich je gespürt habe.

Schwerer Kopf, schwere Glieder, meine Augen schmerzen, meine Brust will explodieren, vor Schmerz.


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Und ich habe nun mal diesen scheiß Blog, auf dem ich veröffentliche, was mir gerade durch den Kopf schwirrt, mich bewegt. Viel mehr Ernsthaftigkeit erwarte ich auch nicht. Wir sind alle lächerlich klein und lächerlich gefangen in unseren Gefühlen. Wenn wir schon mal so weit sind, sind wir ziemlich weit. Viel weiter können all unsere Erkenntnisse gar nicht führen.

Vielleicht ist es besser, so nicht zu denken. Sich ernst zu nehmen, sehr ernst, zu ernst, seine Gefühle nie unter Wert zu verkaufen.

Aber jetzt bin ich an diesem Punkt in meinem Leben (irgendwie so versuchen es die meisten Menschen ja auszudrücken, wenn sie etwas Unbekanntes spüren, dass sie resignieren lässt und anders betrachten lehrt), an dem zu viele Menschen zu wenig auf mich reagieren, reagiert haben, zu lange, zu viel, und ich zu viel das Gefühl habe, hatte, zu viel zu fühlen.

Denn letztendlich ist das alles egal, es spielt keine Rolle, nie hat es eine Rolle gespielt, nie wird es eine spielen. Am Ende sind wir alle allein. Egal ob wir Eltern haben, verheiratet sind, Kinder.


Wir versuchen uns zu viel und zu oft die Menschen warmzuhalten. Wie Fertiggerichte, die wir dann nur noch zum Aufwärmen in die Mikrowelle stellen müssen. Oder die Menschen, die als Rest übrig bleiben, die Reste von gestern, die wir wieder erhitzen, um noch Nutzen daraus zu schlagen. Und am Ende sind wir alle allein.


Wenn wir nicht zusammen leben, sterben wir allein.

Und egal, egal wie oft es schön war und man all den Schmerz vergessen, vergeben konnte.

Und es gibt nichts, was uns die Aufgabe, die Pflicht, das Unausweichliche nimmt, uns mit uns selbst auseinander zu setzen.

Am Ende sind wir alle allein.



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Das alles ist keine Wut, da steckt kaum noch Kraft hinter.

Es hat auch nichts mehr mit Erwartungen zu tun.

Es ist nur noch Enttäuschung, Enttäuschung von den Menschen, von sich selbst, den anderen, den Geliebten, den weniger Geliebten. Enttäuschung vom Leben. Enttäuschung an der Realität. Und die Erkenntnis, dass nichts das ändern kann. Dass genau das alle Leben nennen, sich aber etwas anderes vormachen.

Keine Ahnung ob da noch Hoffnung ist, Offenheit. Der Wunsch, den einen Menschen zu finden. Die große Liebe. Die wahre Liebe. Keine Ahnung, ob der je wieder aufflammen kann. Aber ich denke, dieser Wunsch ist alles, was ich habe, er beinhaltet alles, was Leben für mich lebenswert macht. Deswegen sehe ich keinen Sinn mehr.


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(Fotos via weheartit)


Sonntag, 17. Oktober 2010

switch your head off


Tulpenstreuselmeere, bunte Kratzer auf der Haut, Fingernägel, die nach Marmor schmecken, kalt und hart und Graskrümmel auf dem Bettlaken. Ich mag nicht, ich mag. Es schmeckt nach allen vier Jahreszeiten zusammen und eine fünfte erfinde ich auch, morgen. Zufriedenheit, Erfüllung.

Das einzige Geräusch, das den Raum erfüllte, war das kontinuierliche Knacken der Pistazienschalen, das ich mit meinen Händen erzeugte. Mehr nahm ich nicht wahr und Musik wollte ich nicht. Denn Musik erzeugt unnatürliche Gefühle, Euphorie und Traurigkeit, ich wollte nur ich sein.


Ich sah ihn das letzte Mal an diesem Morgen, an dem wir den geschmolzenen Schnee aus den Tassen tranken, weil die Leitungen eingefroren waren und wir uns in der Hütte verschanzt hatten. Dies ist die Geschichte von einem Leben, das ich will, nie haben werde.


Mein Stimmungsring sagt nur unstimmige Sachen. Ich brauche Farbe, ich will bunt sein. Ich werde nicht malen, nicht weinen, nicht lesen, ich werde nicht tanzen, lieben, küssen, ficken. Ich möchte ich sein. Nur ich. Jetzt. Und ich werfe den Stimmungsring in die Ecke. Und bin frei.


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Tausend Anfänge, die nie ein Ende finden wollen.

(Bild via weheartit)



Mittwoch, 21. Juli 2010

zeit scheint das einzige zu sein, worüber sie reden, obwohl nie jemand welche hat.


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Klebriger Keks krümelt auf nackte, schweißige Beine. Was ist wenn ich noch nie zuvor so unglücklich war wie in diesem Jahr mit ihm? Und noch nie zuvor so glücklich? Muss ich dann entscheiden, was überwiegt, ob ich das eine für das andere in Kauf nehme. Wenn das eine gar nicht ohne das andere existieren kann? Wenn ich nur so glücklich sein konnte, weil ich so verletzlich war, so sehr geliebt habe, so unglücklich währenddessen? Ist es gut, mit Tränen zu lieben? Wäre es nicht besser mit einem Lächeln? Mit der Sonne, mit dem Regen.

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Ich will hier raus, ich will sterben, alles zerstören.
Ich will glücklich sein, nicht alleine aber. Ich will lachen und springen und mir sicher sein.

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I cannot even think of thinking of you anymore.
Meine Geschichte soll weitergehen, ich will fühlen wie ich schreibe.

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fotos: weheartit

Freitag, 16. Juli 2010

wir


Das Leben untersteht ständiger Veränderung und ist unsagbar aufregend. Die medizinische Bezeichnung für Nasebohren lautet Rhinotillexomania. Nasebohren durchmischt mit viel Seufzen und Augenrollen als Hauptbeschäftigung der letzten gefühlten dreiundzwanzig Tage. Gerade sehe ich keine Veränderung mehr. Alles ist mal wieder pure Willkür und wir schwimmen so daher. Bis etwas Aufregendes passiert, werden noch zu viele Stunden vergehen. Ich will nicht alleine kämpfen gegen das Nichts und die Tage damit verbringen, dieses Zeug niederzuschreiben, nur um die Zeit irgendwie vergehen zu sehen. Ich habe keine Lust mehr zu warten. Wartenwartenwarten, immerzu geht das so. Ich will jeden Morgen neben dir aufwachen, jeden Abend neben dir einschlafen. Ich will mich sicher fühlen und geborgen. Nicht nur ein Gefühl, ein Zustand. Und wenn ich Freiheit brauche, dann ist sie einfach da. Das schöne Leben gehört uns allen, wir müssen es uns nur zu eigen machen.
Ich will dann jeden Morgen fröhlich aufwachen, die letzten Tage Freiheit genießen, bevor ich zu studieren beginne oder sonst was mache. Ein geregelter Alltag bestehend aus ungeregelt viel Freiheit mit dir. Denn wenn ich dich in meiner Nähe weiß, kann ich die Zeit mit mir alleine mehr genießen. Dann werde ich frisch und gestriegelt in einen dieser Coffeeshops gehen, die ich mir eigentlich nie gönne, weil sie diese billigen Kaffeesachen für zu viel Geld verlangen. Dort werde ich meine Buntstifte rausholen und bunte Briefe für meine Freunde aus der anderen Welt gestalten, in denen ich nur schreibe, wie glücklich ich bin und wie schön alles ist. Was es auch wirklich sein wird, alles schön und voller Glück. Nach jeder Zeile trinke ich einen Schluck des duftenden Kaffeegebräus und denke an dich, daran, wie sehr ich es schon gar nicht mehr abwarten kann, dich gleich zu sehen und zu küssen. Und manchmal werde ich auch schrecklich genervt von dir sein, deiner schrecklich überdrüssig werden. Ja, das weiß ich sicher. Aber dann kann ich mich an die Zeiten erinnern, in denen ich dich nur vermisst habe, du mir nur gefehlt hast, ich nicht mehr atmen wollte ohne dich. Und als du anfingst, mich zu nerven, wusste ich, dass ich beginne, dich mehr und mehr zu kennen und zu lieben.

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(A., verzeih mir dass ich dein Foto hier reingestellt habe.)

Montag, 28. Juni 2010

kurz


Ich habe eigentlich selten wirklich das Gefühl, was Bewegendes zu sagen zu haben.
Also schriftlich. Mündlich habe ich ständig viel zu sagen und Leute, die wenig Sprache mit dem Mund tätigen, jedenfalls nicht so, dass da Ton rauskommt, die will ich dann nicht verstehen. Aber bewegen tut es meist nur mich. Versteht halt sonst niemand. Ist halt so. Und bewegend heißt ja auch nicht gleich nachhaltig. Ist halt auch so. Ich mag Mary-K immer noch und gerade bin ich damit beschäftigt, nichts zu tun, schon seit ein paar tausend Tagen. Zwischenzustände sind jetzt ganz gefragt oder zumindest sehr allgegenwertig.

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Mittwoch, 23. Juni 2010

flecken



Perlen einer aufgerissenen Kette auf dem Boden verteilt und die Haartönung angebrochen auf dem cremefarbenen Teppich, über den schon viele Schritte in der letzten Nacht getan wurden.


Sie versuchte ruhig zu atmen, zündete eine Zigarette an. Sah die letzten Sekunden des Morgens an sich vorbeiziehen, der die Nacht still zurückließ und alles in einen eigenartig nüchternen Schleier stülpte. Sie fing an, die Erinnerung an die Menschen der letzten Stunden zu hassen. Die vielen lachenden augenlosen Gesichter in ihrem Kopf begannen sich in Fratzen zu verwandeln. Schwindel. Atmen.


Sie drückte die Zigarette in einem der herumstehenden Gläser mit Resten von Flüssigkeiten aus Flaschen und Körperöffnungen aus, riss sich aus dem matschigen Sessel hoch und schritt in die Küche. Im Wandschrank griff sie nach der größten Plastiktüte der Recycle-Sammlung ihrer Tante, bei der sie seit Studienbeginn lebte und fing an, herumliegende Gegenstände ohne Definieren von Reparabel und Irreparabel hineinzustopfen. Sie sah schon das faltige Gesicht ihrer Tante vor sich, gekräuselte Lippen, die nach dem Silberrahmen und der Tischdecke und der Orchidee fragen. Und die blitzenden Augen, wenn sie das Haus in einem undenkbaren Zustand wiederfinden.


Es war jetzt Mittag, draußen ein Zustand zwischen hell und dunkel, dem sie nicht zustimmen wollte, sie wollte einfach in dieser trüben Stimmung verharren und nicht optimistisch an die Veränderbarkeit von Dingen und Zuständen appellieren. Für sie gab es eigentlich gar keine Verwandlung mehr. Alles stand schon festgeschrieben, schon von ihrem ersten Tag an in diesem Haus gab es ein Skript, das sie befolgt hatte.

Der Raum klang hohl, mattes Licht. Der Boden kam näher. Als sie sich nach einigen Minuten wieder aufrichten konnte, war alles leer.



Sonntag, 13. Juni 2010

selbstsuche unendlich


Ich bin zu weit gegangen. Egal was jetzt kommt, ich bin zu weit gegangen und jeder nächste Schritt kann nur ein Rückschritt sein, weil ich schon zu weit lief und es nicht weitergeht auf diesem Weg, von dem ich schon abstürzte.

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Immer in meinem Leben ist es so. Vielleicht ist das hier nur die Rohschrift zu meinem richtigen, erfüllten Leben, denke ich und frage mich, woher ich diesen Gedanken kenne...


Donnerstag, 10. Juni 2010

selbstsuche II


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Ich habe den Großteil letzter Nacht in Nicks Auto verbracht, vor dem Fahrersitz kniend, Mascara verschmiert, schmetternde Musik, Stimmen in meinem Kopf, mit einer Flasche billigen Wodka. Weiße Linien auf meinem Armaturenbrett. Bitte, jemand muss mir sagen, dass das normal ist.

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Mittwoch, 9. Juni 2010

selbstsuche I


Meine Gedanken sind ein Sammelalbum. Ich sammele alles zusammen, ob es passt oder nicht, ob es Sinn macht oder nicht. Gerade passt es mal wieder nicht. Und Sinn macht es sowieso nie.

Mein Herz schlägt schnell und hart gegen meinen Brustkorb. Ich schnappe nach der kalten Luft. Und atme weiße, zarte Schleier in die schwarze Nacht. Sie ziehen auf an ferne, verborgene Horizonte. Manchmal zerfallen sie in viele, kleine, grelle Fünkchen. Sterne am Nachthimmel.

Das alte, ausgeleierte T-Shirt klebt an meinem Rücken. Ich spüre, wie sich Schweißperlen lösen, von der Stirn über meine Wangen bis zum Kinn rinnen, weiter am Hals herunter, bis sie schließlich in den Baumwollstoff sickern. Der schwarze Kiesweg unter mir färbt meine Schuhe. Mit jeder Bewegung spüre ich den eiskalten Schmerz in meinen Knien.

Ich renne. Ich laufe nicht, ich jogge nicht, ich renne.

Ich renne so schnell ich kann und noch schneller. Ich lasse alles hinter mir, aber das hört nie auf. Es fühlt sich an, als würde ich davonfliegen, aber das tue ich nicht. Es liegt ein weiter Weg hinter mir. Und ein noch weiterer vor mir.

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