- nora
- Germany
- Studentin. 23 Jahr, sprödes Haar. Über alles und nichts im Leben.
Donnerstag, 13. Oktober 2011
Dienstag, 27. September 2011
fensterblicke
"Es ist natürlich, dass man sich von anderen Menschen angezogen fühlt. Auch wenn man in einer Beziehung ist. Vielleicht passiert das, weil man etwas lernen soll.
Was chaotisch beginnt, endet chaotisch?"
(The L-Word)
Wir wollen immer Regeln für alles aufstellen. So viel Rationalisierung in diesen Tagen.
Wir sind alle Huren. Wir alle verkaufen uns mal. Sagt das etwas über uns aus? Mit allen ins Bett steigen, um der Erfahrung Willen, das ist nichts für mich.
Es ist laut in mir drin. Mit erhobenem Zeigefinger sieht er mich an. Es rauscht in meinen Ohren, darauf konzentriere ich mich. Vielleicht rauscht es gar nicht, nur dann, wenn sich meine Gedanken auf Fiktion zuspitzen.
Sie ist auf der Suche. Streift hindurch zwischen Körpern, warme und kalte. Sie hasst es in ihrem Körper zu hausen, Strickjacken, die sie überzieht, aus Angst, es klingele an ihrer Haustür und jemand könnte sehen, dass sie noch ihr Nachthemd trägt, seit vielen Tagen, sie engen sie ein und das fettige Haar klebt ihr am Hinterkopf, der kribbelt, wenn sie nach vielen Stunden den Kopf anhebt, sich aus dem Bett kratzt. Ihre Haut ist wund, das spiegele ihre Verletzlichkeit wieder, sagte jemand zu ihr. Als sie im Keller kniete, einen der Kartons öffnete und nach etwas suchte, das sie wegwerfen kann. Um sich zu befreien. So wie sie die vielen Sperrmüllmöbel irgendwann wieder an die Straße stellen musste, mit einigen ihrer eigenen Möbel und Gebrauchsgegenstände hinzu. Um sich Luft zu machen, für ganz kurz nur. Gedanken bilden Endlosschleifen, wie komme ich davon los? Es pocht und hämmert gegen die Schädeldecke, manchmal mehr von innen, dann wieder viel von außen mit der Sehnsucht nach Ruhe, nach nichts mehr. Doch die Stille ist nicht der Frieden, die Stille ist nicht die Ruhe. Es gibt keine Grenzen in der Stille. Die Stille selbst ist die Grenze. Grenzenlose Stille gibt es überall, wenn man nur ausschaltet, was man hasst. Alle Sätze fühlen sich unecht an, so als hätte sie schon einmal jemand geschrieben, gedacht zumindest. Als wären es nie ihre eigenen. Nichts gehört wirklich ihr. Alles was sie tut und sagt, das hat sie von den anderen. Aus den Filmen, die sie in ihrer Kindheit sah und die ihre ästhetische Bildung bestimmten, so wie sie glaubt. Es geht ihr gut, sagt sie, glaubt sie. Wenn es ihr wieder schlecht geht, dann war es nur noch ein glauben, so als wäre das schlechte Gefühl stets die Grundstimmung, und alles davon Abweichende nur ein Betrug. Gegen sich selbst und gegen die Umwelt, die sich schlechter betrügen ließe als sie sich selbst. Die Stimmung, in der sich ihre Gedanken fixiert anfühlen, geht mehr als dass sie kommt. Nichts bleibt, alles schwindet. Die Veränderungen schmerzen. Das Kind der Veränderung, das ist sie und hält deswegen an allem fest, damit es aufhört, sie immer wieder an den Boden der neuen Tatsachen zu bringen. Von vielen Menschen ließ sie sich mitreißen, sah in ihrer Schwäche stark aus. Die Offenheit der Veränderung gegenüber bringt nichts nie zum Stillstand, nichts will sie mehr, als ankommen, denkt sie. Um sich wieder loszureißen. Wie eine Reise in die trübe Unendlichkeit, erst der Tod wird das Ziel sein.
Wer hat Angst vor...
Pathetik?
Donnerstag, 31. März 2011
The way your legs feel after you shave them
Dienstag, 25. Januar 2011
fiktion unendlich
Ich will dass es ihm auch schlecht geht, er soll sehen was er mit mir gemacht hat und das gleiche fühlen, er soll sich so fühlen wie ich mich fühle. Kleine Kinder werfen sich auf den Boden, an der Supermarktkasse, weil sie noch einen dieser Schokoriegel wollen. Mein Vater zeigt kein Verständnis dafür, dass ich mich auf den kalten Küchenfliesen zusammenkauere und leise schluchze. Er steigt über mich hinweg. Kurz sehe ich seinen strafenden Blick, dann drücke ich mein Gesicht in die Pulloverärmel.
Mittwoch, 10. November 2010
sprudelartig
Dienstag, 2. November 2010
wenn es so sehr weh tut, dass du weißt, entweder wird es dich umbringen oder du musst beginnen, loszulassen
Sonntag, 24. Oktober 2010
wir machen keinen sinn mehr.
In mir bin ich vollkommen da. Gleichzeitig vollkommen weg, zerstreut. Kann nicht finden, suche nicht mehr.
Es ist immer nur die Angst vor Neuem, vor Veränderungen, vor zu großen Schritten. Vor dem Alleinsein, der Einsamkeit.
Aber das kann doch nicht alles sein, das kann doch nicht mein Beweggrund sein?
Gerade fühle ich fern von allen Welten, die ich je gespürt habe.
Schwerer Kopf, schwere Glieder, meine Augen schmerzen, meine Brust will explodieren, vor Schmerz.
Und ich habe nun mal diesen scheiß Blog, auf dem ich veröffentliche, was mir gerade durch den Kopf schwirrt, mich bewegt. Viel mehr Ernsthaftigkeit erwarte ich auch nicht. Wir sind alle lächerlich klein und lächerlich gefangen in unseren Gefühlen. Wenn wir schon mal so weit sind, sind wir ziemlich weit. Viel weiter können all unsere Erkenntnisse gar nicht führen.
Vielleicht ist es besser, so nicht zu denken. Sich ernst zu nehmen, sehr ernst, zu ernst, seine Gefühle nie unter Wert zu verkaufen.
Aber jetzt bin ich an diesem Punkt in meinem Leben (irgendwie so versuchen es die meisten Menschen ja auszudrücken, wenn sie etwas Unbekanntes spüren, dass sie resignieren lässt und anders betrachten lehrt), an dem zu viele Menschen zu wenig auf mich reagieren, reagiert haben, zu lange, zu viel, und ich zu viel das Gefühl habe, hatte, zu viel zu fühlen.
Denn letztendlich ist das alles egal, es spielt keine Rolle, nie hat es eine Rolle gespielt, nie wird es eine spielen. Am Ende sind wir alle allein. Egal ob wir Eltern haben, verheiratet sind, Kinder.
Wir versuchen uns zu viel und zu oft die Menschen warmzuhalten. Wie Fertiggerichte, die wir dann nur noch zum Aufwärmen in die Mikrowelle stellen müssen. Oder die Menschen, die als Rest übrig bleiben, die Reste von gestern, die wir wieder erhitzen, um noch Nutzen daraus zu schlagen. Und am Ende sind wir alle allein.
Wenn wir nicht zusammen leben, sterben wir allein.
Und egal, egal wie oft es schön war und man all den Schmerz vergessen, vergeben konnte.
Und es gibt nichts, was uns die Aufgabe, die Pflicht, das Unausweichliche nimmt, uns mit uns selbst auseinander zu setzen.
Am Ende sind wir alle allein.
Das alles ist keine Wut, da steckt kaum noch Kraft hinter.
Es hat auch nichts mehr mit Erwartungen zu tun.
Es ist nur noch Enttäuschung, Enttäuschung von den Menschen, von sich selbst, den anderen, den Geliebten, den weniger Geliebten. Enttäuschung vom Leben. Enttäuschung an der Realität. Und die Erkenntnis, dass nichts das ändern kann. Dass genau das alle Leben nennen, sich aber etwas anderes vormachen.
Keine Ahnung ob da noch Hoffnung ist, Offenheit. Der Wunsch, den einen Menschen zu finden. Die große Liebe. Die wahre Liebe. Keine Ahnung, ob der je wieder aufflammen kann. Aber ich denke, dieser Wunsch ist alles, was ich habe, er beinhaltet alles, was Leben für mich lebenswert macht. Deswegen sehe ich keinen Sinn mehr.
(Fotos via weheartit)
Sonntag, 17. Oktober 2010
switch your head off
Das einzige Geräusch, das den Raum erfüllte, war das kontinuierliche Knacken der Pistazienschalen, das ich mit meinen Händen erzeugte. Mehr nahm ich nicht wahr und Musik wollte ich nicht. Denn Musik erzeugt unnatürliche Gefühle, Euphorie und Traurigkeit, ich wollte nur ich sein.
Ich sah ihn das letzte Mal an diesem Morgen, an dem wir den geschmolzenen Schnee aus den Tassen tranken, weil die Leitungen eingefroren waren und wir uns in der Hütte verschanzt hatten. Dies ist die Geschichte von einem Leben, das ich will, nie haben werde.
Mein Stimmungsring sagt nur unstimmige Sachen. Ich brauche Farbe, ich will bunt sein. Ich werde nicht malen, nicht weinen, nicht lesen, ich werde nicht tanzen, lieben, küssen, ficken. Ich möchte ich sein. Nur ich. Jetzt. Und ich werfe den Stimmungsring in die Ecke. Und bin frei.
Tausend Anfänge, die nie ein Ende finden wollen.
(Bild via weheartit)
Mittwoch, 21. Juli 2010
zeit scheint das einzige zu sein, worüber sie reden, obwohl nie jemand welche hat.
Freitag, 16. Juli 2010
wir
Montag, 28. Juni 2010
kurz
Mittwoch, 23. Juni 2010
flecken
Perlen einer aufgerissenen Kette auf dem Boden verteilt und die Haartönung angebrochen auf dem cremefarbenen Teppich, über den schon viele Schritte in der letzten Nacht getan wurden.
Sie versuchte ruhig zu atmen, zündete eine Zigarette an. Sah die letzten Sekunden des Morgens an sich vorbeiziehen, der die Nacht still zurückließ und alles in einen eigenartig nüchternen Schleier stülpte. Sie fing an, die Erinnerung an die Menschen der letzten Stunden zu hassen. Die vielen lachenden augenlosen Gesichter in ihrem Kopf begannen sich in Fratzen zu verwandeln. Schwindel. Atmen.
Sie drückte die Zigarette in einem der herumstehenden Gläser mit Resten von Flüssigkeiten aus Flaschen und Körperöffnungen aus, riss sich aus dem matschigen Sessel hoch und schritt in die Küche. Im Wandschrank griff sie nach der größten Plastiktüte der Recycle-Sammlung ihrer Tante, bei der sie seit Studienbeginn lebte und fing an, herumliegende Gegenstände ohne Definieren von Reparabel und Irreparabel hineinzustopfen. Sie sah schon das faltige Gesicht ihrer Tante vor sich, gekräuselte Lippen, die nach dem Silberrahmen und der Tischdecke und der Orchidee fragen. Und die blitzenden Augen, wenn sie das Haus in einem undenkbaren Zustand wiederfinden.
Es war jetzt Mittag, draußen ein Zustand zwischen hell und dunkel, dem sie nicht zustimmen wollte, sie wollte einfach in dieser trüben Stimmung verharren und nicht optimistisch an die Veränderbarkeit von Dingen und Zuständen appellieren. Für sie gab es eigentlich gar keine Verwandlung mehr. Alles stand schon festgeschrieben, schon von ihrem ersten Tag an in diesem Haus gab es ein Skript, das sie befolgt hatte.
Der Raum klang hohl, mattes Licht. Der Boden kam näher. Als sie sich nach einigen Minuten wieder aufrichten konnte, war alles leer.
Sonntag, 13. Juni 2010
selbstsuche unendlich
Ich bin zu weit gegangen. Egal was jetzt kommt, ich bin zu weit gegangen und jeder nächste Schritt kann nur ein Rückschritt sein, weil ich schon zu weit lief und es nicht weitergeht auf diesem Weg, von dem ich schon abstürzte.
Immer in meinem Leben ist es so. Vielleicht ist das hier nur die Rohschrift zu meinem richtigen, erfüllten Leben, denke ich und frage mich, woher ich diesen Gedanken kenne...
Donnerstag, 10. Juni 2010
selbstsuche II
Ich habe den Großteil letzter Nacht in Nicks Auto verbracht, vor dem Fahrersitz kniend, Mascara verschmiert, schmetternde Musik, Stimmen in meinem Kopf, mit einer Flasche billigen Wodka. Weiße Linien auf meinem Armaturenbrett. Bitte, jemand muss mir sagen, dass das normal ist.
Mittwoch, 9. Juni 2010
selbstsuche I
Meine Gedanken sind ein Sammelalbum. Ich sammele alles zusammen, ob es passt oder nicht, ob es Sinn macht oder nicht. Gerade passt es mal wieder nicht. Und Sinn macht es sowieso nie.
Mein Herz schlägt schnell und hart gegen meinen Brustkorb. Ich schnappe nach der kalten Luft. Und atme weiße, zarte Schleier in die schwarze Nacht. Sie ziehen auf an ferne, verborgene Horizonte. Manchmal zerfallen sie in viele, kleine, grelle Fünkchen. Sterne am Nachthimmel.
Das alte, ausgeleierte T-Shirt klebt an meinem Rücken. Ich spüre, wie sich Schweißperlen lösen, von der Stirn über meine Wangen bis zum Kinn rinnen, weiter am Hals herunter, bis sie schließlich in den Baumwollstoff sickern. Der schwarze Kiesweg unter mir färbt meine Schuhe. Mit jeder Bewegung spüre ich den eiskalten Schmerz in meinen Knien.
Ich renne. Ich laufe nicht, ich jogge nicht, ich renne.
Ich renne so schnell ich kann und noch schneller. Ich lasse alles hinter mir, aber das hört nie auf. Es fühlt sich an, als würde ich davonfliegen, aber das tue ich nicht. Es liegt ein weiter Weg hinter mir. Und ein noch weiterer vor mir.