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Studentin. 23 Jahr, sprödes Haar. Über alles und nichts im Leben.

Donnerstag, 9. September 2010

angesammelt



Verschnupft sitze ich hier, um mich herum ein Meer aus benutzen, zerschneubten Taschentüchern. Es macht mich ganz wahnsinnig. 
Letztens habe ich das vorgenommene Briefeschreiben in dem Café am Hannover Bahnhof mit Blick auf die Innenstadt zelebriert. Mit Sencha-Tee und einem Karamellbonbon saß ich da und habe versucht, alles irgendwie aufzuschreiben. Aber es ist so viel. 
Ich will mal wieder ich sein und mich ausgeglichen fühlen. Ohne dieses Kämpfen um das Wohlbefinden anderer. Dachte ich vor ein paar Tagen noch. Und gerade glaube ich, dass es besser wird. Ich will mal wieder ich sein. Das wird schon.
Wie die Teile eines großen Puzzles. Nur habe ich nicht das Bild auf der Schachtel und weiß wo sie hinkommen, die einzelnen kleinen Bruchstücke des Ganzen.

Du hast nur zu viel Zeit damit verbracht, wegzulaufen und nicht gemerkt, wo du vielleicht schon hinläufst.

Photobucket

Vor ein paar Tagen noch: 

Heute wurde es endgültig klar. Klarheit und Endgültigkeit und andersherum, meinetwegen. Wahre Gesichter, die sich nicht verstecken lassen, von beiden Seiten nicht. Das eine gut, das andere vielleicht auch, aber gut für einander, das wohl nicht.

Jetzt sitze ich hier in einem dunklen Raum, den ich, wie alle anderen Räume dieser leeren Wohnung, gerade aufgeräumt habe. Anfangs unter Tränen, träniger Wut, dann einfach nur so, leer eigentlich.

Als ich dann alleine am Bahnhof stand, vorhin, meine Bahn noch einundzwanzig Minuten entfernt, ließ ich mich an der kalten, grünfleckigen Wand nieder und konnte den Tränenfluss nicht stoppen, auch wenn das Salz nichts ändern würde. Ich fühlte mich so gedemütigt, zum scheinbar unendlichsten Mal. Nein, es ist endlich, endlich soll es endlich sein. Dann war da diese freundliche Stimme (weiblich, 32, türkischer Akzent, Friseurin, ähnliche Probleme) und den restlichen Teil bis zur Ankunft meiner Bahn und die Bahnfahrt über begleitete sie mich, versuchte mich wohlig warm einzuwickeln und mir das Gefühl zu geben, nicht alleine zu sein.


Kommentare:

  1. Du schreibst so unfassbar schön.

    Und in den Satzfragmenten, Gedankenbruchstücke- da spiegelt man sich wieder. Wie oft habe ich dich schon zitiert, auf deine Worte verwiesen um mich selber verständlich zu machen.

    Lass Geringschätzung und Gleichgültigkeit dich nicht zermürben. Ich kenne dich nicht, aber ich sehe ganz viel Wert.

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  2. Vielen Dank. Du hast mich zitiert? Gerne würde ich mehr darüber erfahren, mir ist nicht klar, was hier zitiert-Wert haben könnte.

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  3. Zuletzt, so paradox das nun klingen mag, aus dem Eintrag "totreden":
    "Ich will alles immerzu verständlich machen. Und mache vieles dadurch wertlos. Weil nicht alles ausgesprochen werden darf. "
    Und damit war zu diesem Zeitpunkt schon alles gesagt. Und noch mehr- auch das Ungesagte.

    Um nur ein Beispiel zu nennen.
    An dieser Stelle ich wohl ein Danke an dich angebracht. Ohne es zu wissen tust du mit deinen Worten sehr gut.
    Oh, und keine Sorge, ich bin Studentin. Mit korrekter Quellenangabe bin ich vertraut. Deine Worte klauen tue ich nicht, ich verweise nur auf sie. :)

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  4. Achso, nein, so meinte ich das gar nicht, es ging mir gar nicht um die Quellenangaben. Ich würde nur gerne wissen wo meine Zitate passen, schreibst du einen Blog oder etwas derartiges? Das freut mich sehr zu hören, alles. Man weiß nie genau was Kompliment, was Ernst und was einfach nur um des Kommentars Willen hier geschrieben wird von Lesern, deswegen habe ich kurz nachgefragt, denke ich. Schön dass du magst, was ich mache.

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  5. Blog- Eine Idee die mir schon länger vorschwebt. Einen Versuch wäre es wohl einmal wert. Sollte ich es wagen, ich werde mich gewiss melden, so dass ich dann mehr bin als ein Name. :)

    Zitiert habe ich dich bisher jedenfalls hauptsächlich in eMails. Recht persönliche, versteht sich. eMails und Textfetzen. Beide halb Tagebuch.

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  6. Okay, verstehe. Und wagen, also einen Blog zu schreiben ist kein Risiko, eher eine neue Art, leere Zeit zu vertreiben und etwas Selbstreflexion zu betreiben. Irgendwie konnte ich nicht mehr nur für mich schreiben, mir fehlte da vielleicht die Motivation. Und zu merken, dass es jemanden interessiert, was man macht, was für Fotos man macht und mag und für Gedanken man hat, das tat dann gut. Kein großer Schritt, nur ein paar Klicks, die sich eigentlich alle wieder rückgängig machen lassen.

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  7. ja ihr seid alle cassie. ihr esst alle pastellfarbene cup cakes und fortografiert euer essen. ihr seid alle mädchen aus the virgin suicide.ihr seid lolita.
    ihr wurdet nicht missbraucht, ihr seid nicht tot, nicht magersüchtig, nicht krank und ihr seid kein bisschen individuell.

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  8. Das nenne ich einen wirklich guten Kommentar.
    Irgendwie so sehen es vielleicht viele weibliche Blogger. Es ist eben ein Traum. Man bastelt sich eine Identität. Das ist das virtuelle Leben. Das bessere Leben.
    Was heißt schon individuell. Wenn man den Vorstellungen von Filmen, Geschichten, wenn man imaginären Charakteren entsprechen möchte - wieso sollte das gleich gegen Individualität sprechen? Ist denn nur das, was auf den ersten Blick anders ist, sich abgrenzt, individuell?

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