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Studentin. 23 Jahr, sprödes Haar. Über alles und nichts im Leben.
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Mittwoch, 27. Februar 2013

261011


Halbbittere gesüßte Mandelmilch gerinnt auf der sandigen Schmirgelhaut und ich bereue, Reue Reue Reue, ich bereue. Ich will schreien, weinen, lachen, denn etwas fehlt mir. Es bist du und du und auch du. Austauschbarkeit und willkürliche Projektion, der Wunsch nach Anerkennung und einem Ich. Spiegelende Sehnsucht und keine Spiegelung in der Lichtung, in Sichtung. N., wo bist du? N., schöne N. Ich will einen Menschen an meiner Seite. Der so aufregend ist wie du, der so sanft ist wie du. Ich denke an A. und dann schreibt er, dass er an mich denkt, mich nicht verlieren will, formuliert ganz undramatisch. Aber es ist ein Drama. Ein Schauspiel. Wir spielen um nicht zu verlieren.

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Dienstag, 19. Februar 2013

Once lost

And then there were new



Ich treffe Milan und das Gefühl der Fremde schwindet, als ich dir lausche und meine Bedürfnisse unter deiner Stimme leiser werden. Stillst du mein Verlangen und steigerst mein Begehren oder muss ich mich wegdenken, um dich hinzuzufügen? Wie kann ich aufhören, zu funktionieren?
Ich bin verzweifelt.
Wir sehen einen Film.
„Magst du einen Film sehen? Ich meine, wir könnten einen Film sehen.“
Jemand stirbt und du weinst. Ich obliege der Fiktion nicht, denn ich liege in deinen Armen. Die Theatralik unserer Beziehung ist erschöpfend.

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Ich bin ein Don Juan. Ich säusele dich ein, um dich zu verätzen.

Sonntag, 17. Februar 2013

schwelgen



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"Ich habe Angst davor, was mich erwartet. Ich würde es gerne schaffen und der Realität ins Auge wagen. Es ist ein Wagnis, jeder Blick jenseits des Nebels aus Traum und Fantasie macht mir Angst. Gleichzeitig wird dort meine Erfüllung liegen, fühle ich dann. Gerne würde ich echt sein und etwas Echtes fühlen dürfen. Mir der Konsequenzen meines Handelns gewahr werden und mich entwickeln können."


Erfahre so selten Selbstwirksamkeit, denke ich plötzlich, als ich alte Texte von mir lese und mich nicht darin wiedererkennen kann - so als würde ich zum ersten Mal mit mir Selbst konfrontiert und würde nichts damit anfangen können, alles unbekannt.

Und, ganz alt, greife nach diesen fernen Erinnerungen:

"Monate zurückliegend

Alles vermischt sich mit der Luft, die wir ausatmen, wenn wir einander ansehen und schweigen, weil es nichts gibt, was mehr Wert sein kann als die Stille, die wir für diesen kleinen Augenblick teilen. Der alles andere ungeschehen lässt und mich ins Drehen bringt, wir stehen da, wo wir damals standen. Sitzen auf dem Gullideckel und lauschen der Musik und ich sehe in deine Augen, spüre deine Hand, dein Herzschlag zittert an meinem tobenden Herz. Wir erkennen einander, um uns dann wieder zu verlieren und uns tausende von Malen wieder zu finden. Und zu verlieren und zu suchen nach etwas, was es vielleicht doch nur in unseren Träumen gibt.
Zwei Pullover vor mir mit zwei so verschiedenen Gerüchen, so wie du mal anders warst, so rochst du, als ich dich das erste Mal riechen durfte und so riechst du jetzt. Und beides tut weh und das andere mehr als das eine, weil es vorbei ist und dann auch das, was noch ist und vielleicht anhalten kann.
Nur dass es nicht weh tut, weil ich es verloren habe und wiederhaben will. Einfach weil es ist, weil es war, ist und sein wird, wunderbar und mir das Wichtigste.
Ist alles von mir alles für dich? Ist ein kleiner Teil von mir vielleicht mehr für dich als der ganze Rest dazu?
Ich habe immer Sachen gesagt, von denen ich gehofft hatte, dass sie etwas ändern und das haben sie auch viele viele Male. Und jetzt, jetzt will ich nichts sagen müssen und es gibt vielleicht auch nichts. Ich will einfach lernen zu vertrauen.
Ich fühle mich dir näher als je zuvor und doch bist du so weit weg, bist du weit weg, wirst du weit weg sein?"

Will wieder spazieren gehen, dort, wo ich als junges Mädchen spazieren ging.

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Montag, 28. März 2011

Du hast dich amputiert. Und dich woanders hingepflanzt.


Und fast mag ich es, wo du jetzt bist. Denn da irgendwo sehe ich mich auch.

Träufelnd. Streichelnd. Einfach nur satt. Und doch immer auf der Suche. Auf der Suche nach Kummer und mehr Kummer und kleinen Nischen zum Traurigsein.

So leer, so voll, als könne ich nichts denken, was mich betrifft, alles muss weg.
Als ich keine Langeweile hatte, war ich noch rastlos. Als ich noch rastlos war, hatte ich keine Langeweile. Solange ich nicht raste, nie ruhe, solange ist es gut. Solange dürfen meine Gedanken kreisen, ohne dass ich sie genau erfassen muss.

Viel viel, viel in meinem Schädel, herumschwingend. Unsere Gedanken bilden diesen Propf. Der alles verschließt.

Bis wir niemals nachdenken.
...Von der Zukunft habe ich geträumt
Ich sehne mich nach deiner Haut
Du hast die Träume ausgeräumt
Und dennoch bist du mir vertraut

Als wärst du mal ein Körperteil
Und jemand hat dich abgehackt
Mit einem scharf geführten Beil
Und niemand hat nach Schmerz gefragt

Wenn ich mich jetzt an dich erinner
Und dich in mir sehe
Dann sitze ich in meinem Zimmer
Und du gehst deine Wege
...
(Ausschnitt aus Phantomschmerz, Dirk Bernemann)
Ich habe die Träume ausgeräumt? Träumen wir nicht mehr?

Mittwoch, 10. November 2010

sprudelartig


Es bleibt nichts mehr übrig von dem was war? Sinnlosigkeit, Irren. Ich verliere mich grenzenlos, hatte mich nur in deiner Nähe.
Und dann wird es besser. Geht das einfach so? Darf man das zulassen? Worum geht es noch?
Es passiert und fühlt sich gut an.

Wir sitzen in diesem Poetry-Slam, im Hannover Opernhaus, und da kommen diese vielen Sätze in meinen Kopf. Einer der Slammer, ich weiß gar nicht mehr ob es vielleicht der war, der nachher auch gewinnt, sagt etwas wie "Wir werden nie so träumen wie ihr wach seid" und das bleibt kurz hängen. Dann lese ich etwas von Novalis, über Wirklichkeit und Träumen. Tagträume in unserem Leben und am Ende ist doch eh alles immer nur Auslegungssache. Die Romantik scheint irgendetwas gewusst zu haben, was mir noch immer nicht klar geworden ist. Bald wird die Runge-Ausstellung in Hamburg sein und wenn es das nächste Mal eine Möglichkeit gibt, seine Werke zu sehen, werde ich schon alt sein. Alles so relativ.
Abgründe der Menschheit beschäftigen mich in dieser Woche. Ich mag kaum noch ein Buch aufklappen, eine Zeitschrift anstarren. Sätze aus Psychologie Heute schwirren noch um mich, Sexualstraftäter und über vier Stunden lang brutal vergewaltigte Frauen. Und die Täter kriegen dann nur ein paar Jahre Haft und viel Aufmerksamkeit durch Psychologen, Pädagogen. Wir versuchen, ihr Leben zu retten, sie zu resozialisieren, damit sich die Tat dann doch wiederholen kann. Und die Opfer, denen kann eigentlich keiner mehr helfen, die behalten, was ihnen angetan wurde. Dann sagt irgendjemand zu irgendetwas eine Meinung, die mir nicht passt, die zeigt, wie krank wir doch alle sind. Dass er in Einmachgläser eingelegte Embryos auf ebay ersteigern will und ich lege die Hand auf meinen Bauch und weiß, ich würde nie nie niemals einen Menschen töten wollen, nie mein Baby umbringen. Damit es nachher auf dem Müll landet oder ein Accessoire im Wohnzimmer des Frankenstein liebenden Nachbarn ist.
Das ist mir alles zu jessica-naomi.
Liebe Grüße aus dem Leben. Ihr seid doch alle krank. Kollektives Wir.

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Dienstag, 2. November 2010

wenn es so sehr weh tut, dass du weißt, entweder wird es dich umbringen oder du musst beginnen, loszulassen

Ich weiß nicht weiter. Ich texte Menschen mit meinen Reflexionen zu. Das war ein Vorwurf und wahr ist es wohl auch. Ich spreche über meine Gefühle, ja.
Der Vorwurf kam von einem Menschen, der mir so nahe steht, dass ich nicht mehr atmen kann. Nicht mehr atmen will. Ich fühle mich nicht behandelt, als würde ich geliebt, geschätzt, ernst genommen, als würden meine Gefühle beachtet. Ich fühle mich behandelt wie jemand, der zäh sein muss, Gummimasse, die immer mitgeht, sich formen lässt, ohne Risse zu kriegen.
In Momenten der Enttäuschung spielt es keine Rolle, was eigentlich ist, was wahr ist, was rational ist, ob du mich liebst und mir nicht weh tun willst und es doch irgendwie anders meintest.

In Wirklichkeit habe ich nicht nur Risse, sondern bin zerrissen worden, unzählige Male.
Und habe selbst zerrissen, ja.
Und habe versucht mich zusammenzuflicken, zu retten, zu kitten. Und dich mit. Uns wieder ganz zu machen.
Und du, in Wirklichkeit bist du wie ein Weisheitszahn. Ich weiß, der Zahn musst weg, kann nicht ewig Teil meines Lebens sein. Denn das wird weh tun, sehr weh tun, er wird alle meine Zähne verschieben, herausdrücken, all die Jahre des Klammertragens werden sinnlos sein.
Und jetzt schon, langsam und wachsend, fangen meine Zähne an, sich zu verschieben. Der Zahn drückt, wie eine tickende Bombe, die bald in die Luft gehen wird, vielleicht. Und ich weiß, der Zahn muss weg.
Aber es geht nicht, ich habe zu sehr Angst vor den Schmerzen, dass sie noch größer werden. Werden sie, in jedem Fall. Und es dauert, bis die Wunde verheilt. Und ich kann noch etwas an der Zeit drehen, es eilt ja nicht, nur irgendwann, bald...
Ich liebe.
Aber was ist das wert, wenn es nur weh tut?
Wenn ich es freilassen will, aber nicht kann, weil ich jedes Mal wieder enttäuscht werde?
Ist es dann vielleicht doch keine Liebe?
Und wer hat das Recht darüber zu entscheiden?
Ich bin hier in dieser Stadt, alleine, habe meine Familie verlassen, sie für uns strapaziert, um das alles irgendwie zu überleben. Meine Freunde, sie mit allen Sorgen belastet. Damit sie mich nachher wieder glücklich in deinen Armen wussten.
Dann zog ich zu dir, nach der langen, unendlich scheinenden fernen Zeit, unsere Fernbeziehung. Ich war bereit alles aufzugeben, habe so viel aufgegeben.
So viel Negatives konnte ich zurücklassen. Glauben an mich gewinnen. Ihn wieder verlieren, als du mich verlassen hast. Ihn zurückgewinnen, als du wieder da warst. Verbunden mit immer mehr Angst, Schmerz. Mit dem Wissen, diesem schrecklich kaputten, leeren Gefühl, dich nie wieder so lieben zu können, wie ich dich geliebt habe. Als das alles noch nicht passiert war. Damals waren wir wirklich frei.
Ich kann das kaum glauben. Ich verstehe es nicht. Wie können sich Dinge nur so verändern. Wie vermag eine so kurze Zeit so weh zu tun. Es ist kaum ein Jahr meines Lebens. Und ich will all die anderen Jahre dafür aufgeben. Und die folgenden, die, die noch sein könnten, die will ich auch kaum noch.
Mit dem Wissen, dass es nichts bringt, dich mit allem, was ich habe, zu lieben.
Und Liebe, ich weiß nicht einmal, was das meint. Ich kenne nur Euphorie, Freude, Trauer, Schmerz, Einsamkeit, Enttäuschung.
Und Sehnsucht.
Jetzt bin ich völlig erschöpft. Ich kann nicht begreifen, alleine zu sein. Erwachsen werden zu müssen. Dass da niemand mehr ist, der einem etwas abnehmen wird. Dass man am Ende immer alleine dasteht.
Reflektieren, dir meine Gedanken mitteilen. Davon willst du also nichts mehr wissen.
Dann hast du mich nicht verdient.
Und ich dich vielleicht nicht. Weil ich nichts Gutes mehr in dir sehen kann.
Oder einfach nur weiß, dass es einfacher ist, wenn ich nichts Gutes mehr sehe, alles andere ausblende. Verdränge, was war, wie sehr ich geliebt habe.
Und liebe.

Ich weiß nicht, was ich schreibe, schrieb. Ich schreibe wie ich denke und zwei Sekunden darauf denke und fühle ich schon wieder anders.
Oder kann ich beginnen, zu verändern?

Dienstag, 5. Oktober 2010

wir


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Was ich mal loswerden muss: Mein Freund ist der beste der Welt. So in etwa fühle ich. Ich träume fast jede Nacht von ihm und endlich sind es keine Alpträume mehr, in denen er mit drei Männern in meiner Wohnung fremdgeht. Und so ähnlich. Tagsüber, in der Wirklichkeit, ist er auch kein Alptraum. Ich meckere viel und habe die höchsten Erwartungen und Ansprüche der Welt vermutlich (selbst die seiner Mutter an ihn sind um mindestens drei Staubkörner geringer), aber dann schafft er es trotz meiner Negativität immer wieder, mich zu überraschen. Dann bringt er mir morgens Frühstück ans Bett: Rotwein, Kohlrabi und Müsli mit Apfel-Birnen-Schmaus-Häubchen, worüber ich mich wundere. Und wir machen Fotosessions für seinen Kunstunterricht, bei denen ich eigentlich nur genervt bin. Obwohl er auf Bauwägen klettert, Pelzjacken trägt, ich ihn manchmal sogar schminken darf. Aber ich muss es mal loswerden: Du bist der beste Freund, du bist mein bester Freund.

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Und er hat mal nackt für mich Tomatensoße gekocht, so wie seine Tante, die auf Sizilien lebt und vier Stunden an ihrem Herd herumköchelt. Das wäre dann aber doch zu lang und kalt für ihn gewesen, er war ja schließlich nackt.

Donnerstag, 9. September 2010

angesammelt



Verschnupft sitze ich hier, um mich herum ein Meer aus benutzen, zerschneubten Taschentüchern. Es macht mich ganz wahnsinnig. 
Letztens habe ich das vorgenommene Briefeschreiben in dem Café am Hannover Bahnhof mit Blick auf die Innenstadt zelebriert. Mit Sencha-Tee und einem Karamellbonbon saß ich da und habe versucht, alles irgendwie aufzuschreiben. Aber es ist so viel. 
Ich will mal wieder ich sein und mich ausgeglichen fühlen. Ohne dieses Kämpfen um das Wohlbefinden anderer. Dachte ich vor ein paar Tagen noch. Und gerade glaube ich, dass es besser wird. Ich will mal wieder ich sein. Das wird schon.
Wie die Teile eines großen Puzzles. Nur habe ich nicht das Bild auf der Schachtel und weiß wo sie hinkommen, die einzelnen kleinen Bruchstücke des Ganzen.

Du hast nur zu viel Zeit damit verbracht, wegzulaufen und nicht gemerkt, wo du vielleicht schon hinläufst.

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Vor ein paar Tagen noch: 

Heute wurde es endgültig klar. Klarheit und Endgültigkeit und andersherum, meinetwegen. Wahre Gesichter, die sich nicht verstecken lassen, von beiden Seiten nicht. Das eine gut, das andere vielleicht auch, aber gut für einander, das wohl nicht.

Jetzt sitze ich hier in einem dunklen Raum, den ich, wie alle anderen Räume dieser leeren Wohnung, gerade aufgeräumt habe. Anfangs unter Tränen, träniger Wut, dann einfach nur so, leer eigentlich.

Als ich dann alleine am Bahnhof stand, vorhin, meine Bahn noch einundzwanzig Minuten entfernt, ließ ich mich an der kalten, grünfleckigen Wand nieder und konnte den Tränenfluss nicht stoppen, auch wenn das Salz nichts ändern würde. Ich fühlte mich so gedemütigt, zum scheinbar unendlichsten Mal. Nein, es ist endlich, endlich soll es endlich sein. Dann war da diese freundliche Stimme (weiblich, 32, türkischer Akzent, Friseurin, ähnliche Probleme) und den restlichen Teil bis zur Ankunft meiner Bahn und die Bahnfahrt über begleitete sie mich, versuchte mich wohlig warm einzuwickeln und mir das Gefühl zu geben, nicht alleine zu sein.


Dienstag, 20. Juli 2010

tagging


Ich wurde getaggt von Salmone. Acht Fragen und acht Antworten.

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Wer ist deine liebste Buchfigur?
Interessant ist Mifti aus Axolotl Roadkill. Ich mag Alice aus dem Wunderland ein bisschen und wen ich auch mag, das ist der "Steppenwolf", weil ich mich in ihm wieder erkenne.

Was ist deiner Meinung nach das beste Gefühl?
Zu wissen, das der Mensch den man liebt einen genau in diesem Moment auch liebt, man sich sicher fühlen und aufeinander verlassen kann, einfach man selbst ist und das ist mehr als nur genug. Wenn man dann zusammen lacht und sich alles so leicht und unbeschwert anfühlt, aber ohne dass man alles blind-verliebt idealisiert. Ist das Liebe? Ich wünschte ich hätte mehr von diesem Gefühl.

Dein Lebensmotto?
Es ist in keinem Mottospruch verpackt, aber mir ist es wichtig, jedem Menschen eine Chance und eine zweite zu geben. Sich nicht zu sehr von der Oberflächlichkeit der Gesellschaft beeinflussen zu lassen. Sich selbst zu lieben und treu zu sein und gleichzeitig offen für Neues zu sein. Generell bin ich auch als Atheist überzeugt von den christlichen Werten, ich liebe meinen Nächsten, wie doof es auch klingt. Ich glaube an das Gute in den Menschen.

Worum ging es bei deinem letzten Streit?
Er dauert noch an. Wenn man es Streit nennen kann. Vielleicht ist es auch Trennung, von meiner Seite aus ist es gerade eher Trennung, weswegen ich sehr unglücklich bin und mich mit Nebenjobs und 'sozialen Kontakten' abzulenken versuche.
Es geht darum, dass ich enttäuscht bin, weil sich mein Freund nicht gemeldet hat, mich ignoriert hat, mich am Telefon weggedrückt hat, wenn ich ihn am meisten bräuchte. Ich habe ihm gesagt, ich brauche dich, ich kann nicht mehr, hilf mir, du hast gesagt du bist da wenn ich dich brauche.
Und er lehnt mich ab, ist zu sehr in seiner Welt versunken.
Ich nenne das Egoismus.
Aber so sollte es nicht sein, so sollte man seine Freundin nicht behandeln. Das kann ich kaum verzeihen.
Vor allem weil ich nächste Woche zu ihm ziehen werde (seit fast einem Jahr führen wir eine Fernbeziehung) und er mir so kurz vorher scheinbar zeigt, wie er wirklich ist, sein kann. Dass ich nicht auf ihn zählen kann, wenn es drauf ankommt und dass er mich einfach alleine lassen wird, egal wie es mir geht. Als wäre ihm egal, was mit dem Menschen, den er doch eigentlich liebt, passiert. Das ist nicht gut für eine Beziehung. Deswegen weiß ich gerade nicht weiter und weine jede Nacht, schlaflos, träume dann von ihm, wache auf, habe Angst, weine. Ich habe das nicht verdient, er ist es nicht wert. Wie stellt man Liebe ab?
(Ich ziehe nicht zu ihm, nur in seine Stadt @stricksogge)
Nachtrag: Scheinbar war es ein Missverständnis und ich habe es nicht besser gewusst, konnte nicht über meinen Kopf denken und habe nicht nach der Berechtigung gefragt, so zu fühlen. Mir ist einiges klarer und ich hoffe, die Beziehung bleibt, dass wir es verarbeiten und bla...

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Wen würdest du gerne persönlich kennen lernen?
Ein paar Blogger. Und mich mehr und mehr.

Dein Fehlkauf 2010?
Eigentlich fast alles, was ich so gekauft habe, vor allem alles, was die Arschpolster füttert. Flohmarktkäufe hingegen bereue ich nie. Bis auf letzten den Kauf eines kleinen Holzschränkchens für viel zu viel Geld.

Welche Filmszene ist die romantischste?
Das interessiert mich gleich null. Filme, Fiktion. Ich will nie diese romantischen Erinnerungen verlieren aus meinem Leben, auch wenn sie so weh tun, einfach weil sie der Vergangenheit angehören.

Und verrätst du uns zum Schluss noch ein kleines Geheimnis von dir?
Ich trage nachts noch eine Zahnschiene für schöne gerade Zähne. Das wäre doch ein kleines Geheimnis? Mehr verrat ich nicht und so interessante, kranke, geheime Details wie "Ich habe keinen Bauchnabel" oder "Ich habe nur neun Zehen" gibt (zum Glück) auch nicht. Geheimnisse sollen solche bleiben.

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Meine zehn Fragen an euch.
Was sind deine schönsten Kindheitserinnerungen? (Ich liebe diese Fragen, Frauen hängen allgemein mehr an ihrer Kindheit als Männer habe ich das Gefühl. Vielleicht weil sie sie früher aufgeben müssen und schneller ihre Kindlichkeit verlieren.)

Gibt es einen Menschen, für den du sterben würdest?

Was sind die schönsten Momente deines Lebens? Was willst du nie missen und von was kannst du nicht aufhören, zu träumen, dich danach zu sehnen?

Was glaubst du, am besten zu können? Gibt es etwas, eine Fähigkeit oder Eigenschaft, durch die du dich (z.B. in den Augen deiner Freunde) besonders auszeichnest?

Hast du Ticks und lästige Angewohnheiten, die du besser schnell wieder loswerden solltest?

Wen willst du beschützen, für wen willst du immer da sein, wer darf sich bei dir sicher fühlen?

Was ist deine größte Angst?

Dein Lieblingsblog und dein Lieblingsblogger (das muss nicht zwingend zusammengehören)?


Ich freue mich über jeden der Lust hat, ein bisschen nachzudenken und zu antworten. Insbesondere tagge ich:
natascha von rosarot

Ihr seid alle toll, schön dass ihr hier vorbeischaut und einfach da seid!

Dienstag, 23. Februar 2010

So when things fall apart, we say please keep your head up

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Ich schrieb einst einen Abschiedsbrief. Die Stille, die mich umgibt, ist laut. So der erste Satz.

Ich höre langsam auf, Angst vor mir zu haben. Diese Angst, die ich selbst da in mir drin erzeugt habe. Denn ich habe mir selbst Angst gemacht. Die kann nur ich wegmachen. Ich beginne gerade damit.

Angst, die nie ein Foto fassen kann. Unsichtbar. Gestern las ich in alten Textdokumenten.
Doch die Angst ist wieder da. Plötzlich war sie da, lähmend.


Donnerstag, 4. Februar 2010

Nie nur eine Seite, alles doppelt und -deutig.


Flanke helle grelle unfassbar stumpfe Töne. Erdbeeren mit Blut. Wie Himbeeren, deren pinke fleckige Überreste für blutige Rückstände gehalten werden. Wurden, einst, vor drei Monaten.
Und dann das Lachen, abends und nachts, spätlange am Telefon, durch einige Galaxien Entfernung Lachen teilen. Teilen, weit, weg. Nur weitweg. Hoffentlich.
Viel hoffentlich mal wieder und die Diskussion darum, dass etwas bestimmtes hoffen manchmal auswegloser ist als Hoffnung in sich tragen.
Hoffnung haben ohne etwas bestimmtes zu hoffen ist doch viel hoffnungsvoller, ist doch nicht leer?

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Bild aus einem Film, dessen Musik anstrengend sein kann, nicht mehr und nicht weniger.

Hm, gerade eben Zukunftsgedöns, traumtänzerisches Gedankengut à la Effi in Matrosenkleidchen auf der Schaukel, vielleicht.
Weil Föhnen in der Badewanne, im Badewasser, gefährlich und lebensmüde klingt und dann plötzlich wieder so ein Gedankenstrick, dass unsere Kinder aber nie in der Badewanne, im Badewasser geföhnt werden sollen. Das, alles in Form von "Versprich mir aber..." verpackt, wird verneint, so müssen unsere Kinder glatzenlos bleiben, wie ich dann bitter hinzufügte.
Heute plötzlich auch noch, zu allem humangigantisches Überfluss der Tagtraum vom Pausenbrot, dass sie ihm schmiert.
Wiederwertig.
Ach was.


Dienstag, 12. Januar 2010

polaroïd



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Bin ich das wirklich, was andere von mir sagen? Ober bin ich nur, was ich selbst von mir weiß?
Wer ich auch bin, du kennst mich, dein bin ich. Bonhoeffer, Aus dem Gefängnis in Tegl

Samstag, 26. Dezember 2009

ungemochte rückblicke


Zerrissene Strumpfhosen, zerrissene Gefühle, familiäre Anekdoten, übersüßer Espresso, abbröckelnder Putz, weiße Tapetenfetzen auf dem Boden, auf dem Tisch, Gitarren spielende Italiener im Zug und ich weiß nicht, wie ich auch mal so einen Traum verwirkliche, Bücher von Bernhard Schlink, die meine Mama verschlingt und ich lese sie beim zehnminütigen Frühstück, Frischkornmüsli wie in alten Zeiten. Konfiserien bei zu vielen schlechten Artikeln in diesen Wartezimmerzeitschriften, begleitet von zu vielen Menschen mit Krokodilen und Pferdchen auf den Shirts, unruhige Hintergrundmusik. Unruhe, abgehackte Sätze und verlorene Kreditkarten, sowieso vergessene Codewörter, neue Begegnungen, neue Lebensfragen, mehr oder weniger ausreichende Antworten. Angekaute Fingernägel, Wespeninvasionen, verbitterte alte Fahrradfahrer, buntgemusterte Blusen, Speckröllchen in hässlichen Blumentapeten-Tops.. All das.


Plötzlich. Oft. Kalte Schauer.

Zigaretten zwischen spröden Lippen, abgesplitterter Nagellack, so ist das. Ich sitze auf dem cremefarbenen Sofa und starre aus dem Fenster. Neongrüne Äpfel in der gläsernen Schale vor mir auf dem Tisch, viel zu viel Bauhaus gerade mal und der Tisch, der immer wackelt, weil eines der vier Beine zu lang ist oder zu kurz vielleicht. Mäagic, flüstert Julia neben mir, eine gierige Hand stochert in noch viel zu hart gefrorenem Macadamia Nut Brittle. Stochern, nicht löffeln. Irgendwann mag ich auch mehr von dem, was andere mögen, irgendwann mal. Du sollst sein, was du bist, nicht nur versuchen, du zu sein. Alles Worte während Busfahrten.


Und dann mal wieder schmieriger Lipgloss und rissige Haut, kalter Jeansstoff auf glatten Beinen, komisch, hohle Brust, trockene Nässe, triefend und kratzend und raue Wolle auf der Haut, das hasse ich am meisten. Sich in den Lidfalten absetzender Lidschatten, nicht wirklich schattierend also, zu viele alles übersäende Radierspähne, die ich endlich benennen kann. Endlich endlich. Kühlschrankmagneten klacken auf weißen Fliesen, mangelnder Magnetismus, da, wo es gerade drauf ankäme. Außerdem lange Nasen, schiefe Münder. Aber irgendwie...


Gar nicht wirklich das Bedürfnis haben, etwas aufzuschreiben, aber es aufschreiben. Ohne zu wissen, was es überhaupt ist.
Ja, ganz sicher genau das. (Genau das.) All das.



Montag, 14. Dezember 2009

Kopfgewusel am Montag:


Heute sollte ich die Note meiner mündlichen Mitarbeit in Mathe einschätzen. Auf das weiße Papierkärtchen schrieb ich "Null Punkte".


Davor bekam ich fünf Punkte in Deutsch. Warum studiere ich nicht Germanistik? Ich schreibe gerne und einer der vielen Berufstest ergab Germanistik mit Hinblick auf Journalismus (oder so). Das sind doch ausschlaggebende Gründe für ein Germanistikstudium. Dafür habe ich einst Latein gewählt. Doch fünf Punkte... Für eine perfekt ausformulierte, tiefgreifende, gut strukturierte Analyse.

Ist das meine Sturrheit, mangelnde Selbsteinschätzung, die das hier so spöttisch schreiben lassen? Oder ist meine Lehrerin wirklich einfach zu subjektiv und mag mich nicht?

Muss ich mir vielleicht einfach nur selbst etwas beweisen? Und wäre das denn eine schlechte Eigenschaft, der Drang, sich selbst etwas beweisen zu wollen? Das wäre doch ein guter und motivierender Grund für das Studium.


Darüber hinaus stetiger Begleiter in meiner Gedankenwelt:

Angst, dass wir uns nie wieder sehen werden. Und das einfach so. Dass alles, wie es jetzt ist, genau so stehen bleibt. Als wäre es nie passiert.

Angst, die, egal wie oft ich sie äußere und aufschreibe, bestehen bleibt.


Und auch:

Starke Magenbeschwerden und akute, wohl durch Schlafmangel bedingte Schlaflosigkeit (habe ich das Schlafen wohlmöglich verlernt?).