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Germany
Studentin. 23 Jahr, sprödes Haar. Über alles und nichts im Leben.

Mittwoch, 26. August 2009

Le ciel s'assombrit.

Der Himmel verdunkelte sich.

Fortsetzung

Er ist der einzige, der wirklich wissen will, wie es mir geht, und nicht nur als Floskel danach fragt oder um herauszufinden, ob ich gerade Lust habe, zu ficken. Aber das ist ja auch nicht, was ich will. Ich will ja, dass er mich will, wenn auch nicht so, wie all die anderen mich wollen.


Ich warte, bis er meinen Kuss erwidert, warte etwas zu lange, muss ihn drängen. Ich zwinge ihn beinahe, denke ich. Versuche sofort, meinen Gedanken keine Beachtung zu schenken. Er hat keinen Spaß daran, denke ich. Ich bin eine blöde, eingebildete, stumpfsinnige Irgendetwas, denke ich. So tanzen wir wieder mit etwas mehr Raum zwischen unseren Körpern. Zu viele weibliche Blicke liegen auf ihm. Aber er will ja nicht einmal mich, also spart euch doch die Blöße, hämmert es in meinem Kopf.


Die Tanzfläche wird voller, der Raum zwischen ihm und mir weniger, die sich mit der Musik bewegenden Körper drücken uns zusammen. Ich greife nach seinen Händen, lasse sie wieder los, lege ihm meine Hände auf die Brust, um den Hals, kann meinen Blick von seinen selbst in der Dunkelheit der Partyatmosphäre leuchtenden Augen nicht lösen. Mein Gefühlsleben ist zu komplex, als dass ich morgen einer Freundin vorjammern würde, warum mein schwuler Freund nur so gut aussehen muss und so anziehend sein muss.


Ich wollte alles für ihn bedeuten. Nur um ihm immer so nah sein zu können, wie ich es jetzt zu sein versuchte. Um mich in seinen Armen zu wiegen und an seinen Lippen hängen zu dürfen.


Dann schaffe ich es. Seine Lippen bewegen sich auf meinen, er legt seine Hände auf meine Hüften, streift mir über die Hüftknochen, die, so sagte er gestern noch, viel zu sehr herausständen.

Egal wie sehr du jetzt noch aufhören möchtest, du wirst es nicht schaffen, ich werde dich nicht lassen. Für immer und ewig werden wir so verharren. Das ist so, das wird so sein, für immer und ewig werden wir so verharren. Weil ich das eben so will.

Doch dann lässt er mich wieder los. Wütend starre ich ihn an. Ich weiß, das ist es, was er nicht wollte, genau das wollte er verhindern. Ich finde ihn doch so anziehend. Mir ist es eigentlich ganz gleichgültig, wie er mich findet. Solange er mitspielt.


Er greift nach meinem Arm, will mich zurück auf unseren kleinen Fleck inmitten der Menge ziehen, der aber jetzt nicht länger unser Fleck ist. ...Wenn es nichts zu bedeuten hat und ich dir nicht weh tue... BLA. Ich kann mich losreißen. Schiebe die gesichtslosen Menschen zur Seite, zwänge mich zwischen ihnen hindurch, trampele auf Füße und ramme meine spitzen Ellenbogen unnötig in ihre Seiten. Ich renne quer durch den Raum, durch die Garderobe an der hässlichen Garderobentussi vorbei, bis zu den Toiletten. Ich will mich an die dreckige, mit Edding beschmierte Kabinentür lehnen, von innen, niemand soll mich sehen, wie ich zusammensacke und weine, weil ich mich ungeliebt fühle. Zurückgewiesen.


Gedankengut. "Ich über mich nicht."

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Fotos: Cobrasnake.

Wenn ihr wollt, dürft ihr mehr lesen. Sagt einfach bescheid.

Kommentare:

  1. Ein schönes Blog hast du da <3

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  2. ich will mehr lesen! ich mag deine art zu schreiben und den inhalt deiner text so so gerne.

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  3. Du möchtest sicherlich eine Kritik oder irgendeinen Satz dazu von mir, aber das geht noch nicht, darüber muss ich erst denken. Und doch will ich mehr lesen, ja.

    Antworten zu nichtgestellten Fragen:
    Die bunten Fahnen sind von einer großen Nachbarschaftsinitiative, sie hängen hier im ganzen Viertel. Die haben bei uns geklingelt und wir haben sie reingelassen und dann haben sie die Girlanden aufgehängt. Geguckt haben sie kaum.
    Mein Bücher haben trotzdem Eselsohren. An den besonderen Stellen. Und Markierungen haben auch viele.
    Eine Studie ist das Studieren eines Gegenstands mit einem Stift und Papier, der vor einem steht. Oder so ähnlich.
    Zufall. Ich fand den Button schön, ich habe ihn auf der Leipziger Buchmesse an einem Stand hängen sehen und dann hab ich gefragt, wie ich den bekommen kann. Und dann musste ich ein Wort adoptieren. Rosarot. Seit dem habe ich den Button und dieses Wort ist auf immer und ewig mit mir verbunden.
    www.wortpatenschaft.de - musst du nach "rosarot" suchen.
    Deswegen rosarot. Der Blog.

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  4. Hallöle allerliebste Pen-Freundin,

    dein Brief ist entzückend :)

    Dankeschön.

    Und nen süßen Blog haste da.

    Grüße <3

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  5. Ja, mehr davon. Und bitte weiterhin die schöne Musik dazu. Das passt perfekt.

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  6. 'da vinci, dürer warum so geometrisch.' wie meinst du das?!

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